
Für die Anerkennung als Darmzentrum sind zusammenfassend folgende Voraussetzungen nötig: interdisziplinäre Kooperation, mindestens zwei Fachärzte für die Chirugie der Organe (Viszeralchirurgie), Mindestzahlen für die Behandlung neu aufgetretener Erkrankungen pro Jahr, Mindestzahlen für die durchgeführten Operationen (20 Rektum- und 30 Kolonoperationen), intensive Aus- und Weiterbildung der Ärzte und des Pflegepersonals, wöchentliche Tumorkonferenz sowie das Arbeiten nach geltenden S3-Richtlinien.
Von der Deutschen Krebsgesellschaft anerkannte Darmzentren führen die an der Behandlung beteiligten, medizinischen Fachdisziplinen zusammen, die Zertifizierung beinhaltet jährliche Überprüfungen der strukturellen Voraussetzungen und Behandlungsergebnisse durch unabhängige Institute (Onkozert, DIN-ISO).
Jede Woche findet eine interdisziplinäre Tumorkonferenz statt. Dabei werden der Gesundheitszustand und der Therapieverlauf jedes einzelnen Patienten genau besprochen und die weiteren Therapieschritte geplant. So wird ein sehr hohes medizinisches Niveau erreicht, jede beteiligte Fachrichtung bringt ihr Expertenwissen ein, die abschließende Therapieempfehlung wird im Konsens gegeben. Unnötige Doppeluntersuchungen und weite Wege können dem Patienten erspart werden. Die Kontinuität der Behandlung zwischen Krankenhaus und ambulanter Vor- bzw. Weiterbehandlung ist gewährleistet.
Die Chirurgie ist heute aber nicht mehr die einzige Waffe gegen den Krebs. In der Therapieplanung ist eine präzise Bildgebung durch Radiologie (Computertomographie – CT, Kernspintomographie – MRT, CT-gezielte Gewebsgewinnung durch Punktion) und Nuklearmedizin (Positron-Emissions-Tomographie - PET) notwendig.
Onkologische Chemotherapie und Strahlentherapie haben einen festen Stellenwert als unterstützende (adjuvante Behandlung), in manchen Erkrankungsstadien hat sich eine Vorbehandlung vor der Operation (neoadjuvante Behandlung) als vorteilhaft erwiesen.
Der Mensch ist nicht nur die Summe seiner Organe, eine Krebserkrankung bezieht auch die Psyche des Patienten mit ein. Psychologische Beratung und Behandlung ist einerseits für die Krankheitsbewältigung wichtig, andererseits hat die Stabilisierung des seelischen Gleichgewichts auch einen Einfluß auf die Heilungschancen. In einer Selbsthilfegruppe ist man mit seiner Krankheit nicht allein.
Bei einem kleinen Prozentsatz der Darmkrebspatienten liegt eine erbliche Erkrankung (Familiäre Adenomatöse Polypose – FAP) vor, daneben existieren weitere genetische Veränderungen, die die Entstehung von Darmkrebs begünstigen (Hereditäre nichtpolypöse colorektale Carcinome - HNPCC). Bei entsprechenden Verdachtsmomenten wird daher eine genetische Untersuchung und Beratung notwendig.
Ist aufgrund des Erkrankungsstadiums eine Heilung nicht mehr möglich, muß sich die Therapie auf die Linderung der Krankheitssymptome konzentrieren (Palliativmedizin).
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