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KLINIK KIPFENBERG
Kipfenberg, den 4. August 2012 – Um eine Lähmungen der Arme nach einem Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma zu verbessern, setzen die Therapeuten innerhalb der Neurologischen Rehabilitation die sogenannte „Constraint-induced movement therapy“ (CIMT) ein. In der KLINIK KIPFENBERG werden solche klassischen Therapien mit modernen Verfahren der magnetischen Hirnstimulation kombiniert. Die Verbindung beider Methoden soll den positiven Therapieeffekt steigern. Die „Constraint-induced movement therapy“ wirkt gezielt einem erlernten Fehlverhalten vieler Patienten entgegen. Nach einem Schlaganfall oder einer Verletzung des Gehirns durch einen Unfall treten bei neun von zehn Betroffenen Lähmungserscheinungen einer Körperhälfte oder einzelner Körperteile auf. Selbst wenn diese Patienten den Arm zumindest eingeschränkt bewegen können, setzen sie ihn im Alltag wenig oder gar nicht ein. Sie kompensieren die Lähmung mit dem gesunden. Der betroffene Arm bleibt ungenutzt und die Lähmung verschlechtert sich weiter. Um diesem Prozess entgegenzuwirken müssen die Patienten den betroffenen Arm mehrere Stunden am Tag intensiv im Alltag einsetzen. „Nicht jeder Patient mit einer Hirnschädigung ist für diese Behandlung geeignet“, erklärt Professor Dr. Dennis A. Nowak, Chefarzt der KLINIK KIPFENBERG: „Die wichtigste Voraussetzung ist, dass er seine Hand zumindest eingeschränkt gebrauchen kann“. Durch häufig wiederholte Übungen sollen die Betroffenen alltägliche Bewegungsabläufe neu lernen. Der gesunde Arm wird in dieser Zeit durch einen Handschuh oder eine Schiene ruhig gestellt. „Bei einigen Patienten können wir mit der CIMT erstaunliche Verbesserungen der Handfunktion noch Jahre nach einer Hirnschädigung erreichen“, erklärt Frank Roelandt, Therapieleiter der KLINIK KIPFENBERG. Nicht jeder Patient spreche jedoch auf die Therapie an, in Kombination mit der magnetischen Hirnstimulation sollen die Behandlungserfolge gesteigert werden. „Aktuell kombinieren wir in einer wissenschaftlichen Studie mit Schlaganfallpatienten die CIMT mit modernen Verfahren der Hirnstimulation“, erklärt Nowak. Interessierte Patienten können sich mit der Forschergruppe der KLINIK KIPFENBERG in Verbindung setzen. Nähere Informationen erhalten sie unter 08465/175-102.
CIMT Die sogenannte „Constraint-induced movement therapy“ ist eine in den 90-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts von Edward Taub an der Universität von Alabama in den USA entwickelte therapeutische Methode. Taub hatte beobachtet, dass Schlaganfallpatienten den betroffenen Arm im Alltag nur wenig oder gar nicht einsetzten. Viele Patienten kompensierten die Lähmung mit dem gesunden Arm. Das führt zu einem erlernten Nichtgebrauch des betroffenen Arms und verschlechtert dessen Funktion.
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