FRANKFURT (dpa-AFX) – Der Bad Homburger Medizinkonzern Fresenius <FRE.ETR>
peilt 2011 ein weiteres Rekordjahr an und erwartet auch danach einen deutlichen
Umsatz- und Ergebnisanstieg. Stärker als in den etablierten Märkten wie Europa
oder Nordamerika will der Dax-Konzern <DAX.ETR> in den Schwellenländern zulegen.
'Unser Ziel ist es, den Umsatz dort um über eine Milliarde Euro auf mehr als
drei Milliarden Euro im Jahr 2013 zu steigern', sagte Konzernchef Ulf M.
Schneider am Freitag auf der Hauptversammlung in Frankfurt. 2010 habe Fresenius
in der Region Asien-Pazifik und in Lateinamerika einen Umsatz von rund 2
Milliarden Euro erzielt. Auf Konzernebene strebt Fresenius neben dem organischen
Wachstum kleine bis mittelgroße Zukäufe an. Für 2011 bekräftigte Schneider den
erst vor wenigen Tagen angehobenen Konzernausblick.
Fresenius plane vor dem Hintergrund des jüngsten Kursanstiegs keinen
Aktiensplit, sagte Schneider auf die Frage eines Aktionärsvertreters. Der letzte
Split erfolgte bei 120 Euro. Bis dahin sei noch viel Luft nach oben. Für 2010
dürfen sich die Aktionäre über eine höhere Dividende freuen.
Auf der Hauptversammlung waren rund 76 Prozent des Grundkapitals vertreten.
Großaktionär ist mit 29 Prozent die Else Kröner-Fresenius-Stiftung. Fresenius
ist breit aufgestellt: Neben dem auch im Dax notierten weltgrößten
Dialysespezialisten Fresenius Medical Care (FMC) <FME.ETR> und dem Generika- und
Infusionsspezialisten Kabi gehört der Konzern mit den Helios-Kliniken zu den
drei großen privaten Krankenhausbetreibern in Deutschland. Konkurrenten sind
hier unter anderem die Rhön-Klinikum <RHK3.ETR> AG und Asklepios. Bei der
kleinsten Sparte Vamed liegt der Schwerpunkt auf Dienstleistungen rund um
Krankenhäuser.
Das 1912 gegründete Unternehmen hat in den vergangenen Jahren mehrere
Zukäufe getätigt – darunter drei in Milliardenhöhe. 2010 erzielte Fresenius
einen Umsatz von 16 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Sondereinflüssen belief sich
auf 660 Millionen Euro. Das organische Wachstum im Konzern soll durch kleine
und mittelgroße Akquisitionen ergänzt werden. Bei den Privatisierungen von
Krankenhäusern in Deutschland erwartet Fresenius nach dem eher ruhigen Vorjahr
für 2011 eine Belebung. Die Strategie für die Helios Kliniken basiere
hauptsächlich auf Zukäufen. Aktuell seien etwa zehn Transaktionen im Markt,
sagte Schneider. 'Das heißt aber nicht, dass Fresenius für alle geboten
hat.'/ep/stk/tw
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| 13.05.2011